Die häufigsten japanischen Verben und wie du sie benutzt

Substantive lassen Vokabellisten anschwellen, aber gebaut werden Sätze von den Verben. In jeder Sprache trägt ein kleiner Kern von Verben einen unverhältnismäßig großen Teil der Last, und das Japanische ist keine Ausnahme: Die rund achtzig Verben unten bringen dich durch ein gewöhnliches Gespräch, und die meisten davon begegnen dir schon in den ersten Monaten. Was einen eigenen Leitfaden rechtfertigt, ist nicht die Liste selbst — es ist der Umstand, dass sich ein gutes Dutzend davon so verhält, dass es unseren deutschen Intuitionen leise widerspricht. Das Japanische hat zwei verschiedene Verben für „es gibt“, markiert mit が, was bei uns ein Akkusativobjekt wäre, verteilt „anziehen“ nach Körperteilen auf vier Verben und kümmert sich intensiv darum, in welche Richtung ein Geschenk wandert. Erst die Liste, dann die Fallen.

1. Warum der Verbkern klein ist — und warum du ihn zuerst lernen solltest

Ein japanischer Satz kann fast alles weglassen, nur das Verb nicht. Das Subjekt verschwindet, sobald es offensichtlich ist, Objekte verschwinden, sobald der Kontext sie wiederherstellt, und Pronomen werden vermieden, wo immer es geht. Für Deutschsprachige ist der Kontrast deutlich: Unsere Sprache verlangt vor fast jedem finiten Verb ein ausgedrücktes Subjekt, notfalls ein „es“, das niemanden bezeichnet, wie in „es regnet“. Das Japanische braucht das nicht. 食べた。(たべた) ist ein vollständiger, natürlicher Satz und bedeutet „[ich] habe [es] gegessen“. Das heißt: Das Verb trägt nicht nur die Handlung, sondern über seine Endung auch die Zeitstufe, die Höflichkeitsstufe, die Verneinung und die Frage, ob die sprechende Person bittet, erlaubt, vermutet oder berichtet. Ein einziges, korrekt konjugiertes Verb kann eine ganze Äußerung sein.

Der Gewinn dabei: Verben liefern den höchsten Ertrag pro gelerntem Wort. Hundert Substantive erlauben dir, hundert Dinge zu benennen; hundert Verben erlauben dir zu sagen, dass hundert Dinge geschehen sind, geschehen werden, nicht geschehen sind, geschehen könnten, geschehen sollten und ob sie bitte geschehen könnten. Wenn du am Anfang stehst und dich entscheiden musst, was du drillst, dann drille Verben — und drille sie zusammen mit den Endungen aus den Grundlagen der Verbkonjugation, denn ein unflektiertes Verb ist ein Wörterbucheintrag, noch keine Sprache.

Die folgenden Tabellen ordnen die Verben danach, worüber du gerade sprechen würdest, und nicht alphabetisch, denn genau so wirst du sie im Gedächtnis wiederfinden. Jede Zeile nennt die Kanji-Schreibung, die Lesung, die Bedeutung und die Konjugationsgruppe. Es gibt drei Gruppen: Godan (auch u-Verben oder Gruppe 1 genannt), Ichidan (ru-Verben, Gruppe 2) und die beiden unregelmäßigen Verben する und 来る. Achte bei Verben wie 帰る und 入る genau auf die Gruppenspalte — sie enden auf -eru und -iru, konjugieren aber wie Godan-Verben, und diese Unstimmigkeit gehört zu den hartnäckigsten Fehlerquellen der Konjugation.

2. Existenz und Bewegung

VerbLesungBedeutungGruppe
あるvorhanden sein, es gibt (Unbelebtes)Godan
いるda sein, anwesend sein (Belebtes)Ichidan
行くいくgehen, fahrenGodan
来るくるkommenunregelmäßig
帰るかえるnach Hause gehen, zurückkehrenGodan
入るはいるhineingehen, eintretenGodan
出るでるhinausgehen, weggehen, auftauchenIchidan
着くつくankommenGodan
歩くあるくzu Fuß gehen, laufenGodan
走るはしるrennenGodan
乗るのるeinsteigen, aufsteigenGodan
降りるおりるaussteigen, hinuntersteigenIchidan
立つたつstehen, aufstehenGodan
座るすわるsich setzen, sitzenGodan
泳ぐおよぐschwimmenGodan
飛ぶとぶfliegen, springenGodan
動くうごくsich bewegen (von selbst)Godan
止まるとまるstehen bleiben, zum Halten kommenGodan

Zwei Anmerkungen, bevor du weiterliest. 行く ist das eine Verb, dessen te-Form aus dem Schema fällt: Nach der Regel müsste es ×行いて heißen, die tatsächliche Form lautet aber 行って (いって), und die Vergangenheit ist 行った. Präge sie dir jetzt als Ausnahme ein, dann sparst du dir Jahre kleiner Korrekturen. Und 乗る steht mit に, nicht mit を — 電車に乗ります (でんしゃに のります), „ich steige in den Zug“ —, während 降りる das を für das nimmt, was man verlässt: 電車を降ります.

3. Alltägliche Handlungen

VerbLesungBedeutungGruppe
食べるたべるessenIchidan
飲むのむtrinkenGodan
寝るねるschlafen, ins Bett gehenIchidan
起きるおきるaufstehen, aufwachenIchidan
働くはたらくarbeitenGodan
休むやすむsich ausruhen, freinehmenGodan
住むすむwohnen, ansässig seinGodan
遊ぶあそぶsich vergnügen, Zeit miteinander verbringenGodan
洗うあらうwaschenGodan
待つまつwartenGodan
会うあうjemanden treffenGodan
死ぬしぬsterbenGodan
笑うわらうlachen, lächelnGodan
泣くなくweinenGodan
急ぐいそぐsich beeilenGodan

死ぬ ist eine Kuriosität, die man kennen sollte: Es ist das einzige Verb im gewöhnlichen modernen Japanisch, das auf ぬ endet. 住む und 会う stehen mit に statt mit を — 東京に住んでいます (とうきょうに すんでいます), „ich wohne in Tokio“; 友達に会いました (ともだちに あいました), „ich habe einen Freund getroffen“. Weil das deutsche „treffen“ den Akkusativ verlangt, lohnt es sich, diese beiden Verben immer samt Partikel abzuspeichern. Und 遊ぶ deckt weder das instrumentale noch das sportliche „spielen“ ab: Klavier spielt man mit ピアノを弾く (ひく), Fußball mit サッカーをする. 遊ぶ ist das, was Kinder tun und was Erwachsene an einem Samstagabend tun.

4. Kommunikation und Wahrnehmung

VerbLesungBedeutungGruppe
言ういうsagenGodan
話すはなすsprechen, redenGodan
聞くきくzuhören, hören — und fragenGodan
読むよむlesenGodan
書くかくschreibenGodan
教えるおしえるlehren, mitteilen (eine Information)Ichidan
習うならうlernen (bei einer Lehrkraft)Godan
学ぶまなぶstudieren, lernen (förmlicher)Godan
呼ぶよぶrufen, herbeirufenGodan
答えるこたえるantwortenIchidan
見るみるansehen, anschauenIchidan
見せるみせるzeigenIchidan
送るおくるschicken, jemanden begleitenGodan
伝えるつたえるübermitteln, eine Nachricht weitergebenIchidan

聞く erledigt zwei Aufgaben, und Anfänger übersehen die zweite regelmäßig. 音楽を聞きます (おんがくを ききます) heißt „ich höre Musik“, aber 先生に聞きます (せんせいに ききます) heißt „ich frage die Lehrkraft“ — das に markiert die Person, die du fragst. Unterscheide außerdem 見る von 見える (みえる, „sichtbar sein“) und 聞く von 聞こえる (きこえる, „hörbar sein“): 山が見えます (やまが みえます) besagt, dass der Berg in deinem Blickfeld liegt, und nicht, dass du dich entschieden hättest hinzusehen.

5. Denken und Wissen

VerbLesungBedeutungGruppe
思うおもうdenken, finden (persönlicher Eindruck)Godan
考えるかんがえるnachdenken, erwägenIchidan
知るしるerfahren, in Erfahrung bringenGodan
分かるわかるverstehen, klar werdenGodan
覚えるおぼえるsich einprägen, behaltenIchidan
忘れるわすれるvergessenIchidan
決めるきめるentscheidenIchidan
選ぶえらぶauswählenGodan
調べるしらべるnachschlagen, untersuchenIchidan
信じるしんじるglaubenIchidan
探すさがすsuchenGodan
できるkönnen, imstande sein; fertig werdenIchidan

思う und 考える sind nicht austauschbar. 思う ist eine Meinung oder ein Eindruck, den du hast — いい映画だと思います (いい えいがだと おもいます), „ich finde, das ist ein guter Film“. 考える ist aktive gedankliche Arbeit, näher an „über etwas nachdenken“ oder „etwas durchdenken“ — よく考えてから決めます (よく かんがえてから きめます), „ich entscheide, nachdem ich gründlich nachgedacht habe“. Ein verirrtes 考えます an der Stelle, an die 思います gehört, lässt dich klingen, als würdest du gleich zu rechnen anfangen.

6. Bekommen, Geben und Bezahlen

VerbLesungBedeutungGruppe
買うかうkaufenGodan
売るうるverkaufenGodan
払うはらうbezahlenGodan
借りるかりるsich ausleihen, mieten (bei jemandem)Ichidan
貸すかすverleihen, vermietenGodan
返すかえすzurückgeben, etwas zurückbringenGodan
もらうbekommen, erhaltenGodan
あげるgeben (von mir weg)Ichidan
くれるgeben (zu mir hin)Ichidan

借りる und 貸す werden gern verwechselt, weil das deutsche „leihen“ in beide Richtungen läuft: Man leiht sich etwas aus und man leiht jemandem etwas. 友達に本を借りました (ともだちに ほんを かりました) heißt „ich habe mir bei einem Freund ein Buch ausgeliehen“; 友達に本を貸しました heißt „ich habe einem Freund ein Buch geliehen“. Beachte, dass beide Sätze に für die andere Person nehmen — die Richtung steckt vollständig im Verb, ein wiederkehrendes Thema dieses Abschnitts und der Grund, warum die Verben des Gebens und Nehmens weiter unten eine eigene Behandlung bekommen.

7. Mit Dingen umgehen

VerbLesungBedeutungGruppe
するtun, machenunregelmäßig
使うつかうbenutzenGodan
作るつくるmachen, herstellenGodan
持つもつhalten, tragen (持っている = haben)Godan
取るとるnehmen, aufhebenGodan
置くおくhinlegen, hinstellenGodan
開けるあけるöffnen (etwas)Ichidan
閉めるしめるschließen (etwas)Ichidan
入れるいれるhineintun, einfügenIchidan
出すだすherausnehmen, einreichen, abschicken (Post)Godan
消すけすausschalten, löschenGodan
つけるeinschalten, anbringenIchidan
切るきるschneidenGodan
押すおすschieben, drückenGodan
引くひくziehen; spielen (ein Saiteninstrument)Godan
始めるはじめるbeginnen (etwas)Ichidan
終わるおわるenden, zu Ende gehenGodan
手伝うてつだうhelfen, mit anpackenGodan

する verdient eine eigene Erwähnung, denn es ist weniger ein Verb als ein Vokabelmultiplikator. Häng es an ein sinojapanisches Substantiv und du hast ein Verb: 勉強する (べんきょうする, lernen), 運転する (うんてんする, Auto fahren), 電話する (でんわする, telefonieren), 掃除する (そうじする, putzen), 結婚する (けっこんする, heiraten), 説明する (せつめいする, erklären), 予約する (よやくする, reservieren). Jedes dieser Substantive, das du lernst, ist zugleich ein Verb, das du schon konjugieren kannst, denn する ist auf genau eine vorhersehbare Weise unregelmäßig (します, して, した). Das ist das billigste Vokabular der ganzen Sprache.

8. Die Verben, die sich nicht wie ihre deutsche Übersetzung verhalten

ある und いる — die Trennung nach Belebtheit

Das Japanische hat zwei Verben für „es gibt“, und die Wahl hängt davon ab, ob die Sache lebt und sich selbst bewegt. いる gilt für Menschen und Tiere: 猫がいます (ねこが います), „da ist eine Katze“; 部屋に誰かいます (へやに だれか います), „im Zimmer ist jemand“. ある gilt für Gegenstände, Pflanzen und Abstraktes: 本があります (ほんが あります), „da ist ein Buch“; 木があります (きが あります), „da steht ein Baum“; 会議があります (かいぎが あります), „es gibt eine Besprechung“. Im Deutschen deckt „es gibt“ all das ab, weshalb diese Unterscheidung bewusst eingeübt werden muss.

Bei Fahrzeugen wird die Grenze rutschig. Ein geparktes Auto ist ein Gegenstand — 車があります. Sobald aber ein Mensch es fährt, geht es im Satz eher um die Person oder um die Ankunft, und was du hörst, ist タクシーが来ました (タクシーが きました). Auch der Besitz folgt der Belebtheit: 友達がいます (ともだちが います) bedeutet „ich habe Freunde“, wörtlich „Freunde existieren“, während 時間があります (じかんが あります) „ich habe Zeit“ bedeutet. Achte auf das が in all diesen Sätzen: Existenzsätze markieren das Existierende mit が und den Ort mit に.

Eine Warnung zur Konjugation: ある ist ein Godan-Verb mit unregelmäßiger Verneinung. „Es gibt nicht“ heißt ありません oder in der schlichten Form ない — niemals ×あらない. いる dagegen ist ein völlig regelmäßiges Ichidan-Verb: いません, いない.

分かる steht mit が, nicht mit を

Das ist der häufigste Partikelfehler deutschsprachiger Lernender, denn „ich verstehe Japanisch“ sieht ganz nach einem Akkusativobjekt aus. Im Japanischen ist keines da: 日本語が分かります (にほんごが わかります). 分かる liegt näher an „klar werden“ als an „begreifen“ — das Verstandene ist das Subjekt seiner eigenen Klarheit und nicht das Ziel deiner Handlung. Deshalb ist ×日本語を分かります falsch, und dasselbe Muster mit が regiert eine ganze Familie von Prädikaten: 好き (すき, mögen), 嫌い (きらい, nicht mögen), 上手 (じょうず, gut können), 下手 (へた, schlecht können), 欲しい (ほしい, haben wollen) sowie die Potenzialformen der Verben — 日本語が話せます (にほんごが はなせます), „ich kann Japanisch sprechen“. Das Deutsche reicht dir hier unerwartet die Hand: In „mir ist Japanisch klar“ oder „Japanisch gefällt mir“ steht die Sache im Nominativ und die Person im Dativ, also genau in der Rollenverteilung, die 分かる und 好き verlangen. Gerade weil wir vier Fälle haben, lauert die Falle woanders — は, が, を und に sind keine Kasusendungen, und は ist überhaupt kein Kasus, sondern markiert das Thema des Satzes. Wenn dir dieser ganze Bereich glitschig vorkommt, ist der Leitfaden zu den Partikeln die passende Begleitlektüre.

知っている gegenüber 分かる

知る ist ein Verb des Zustandswechsels: Es bedeutet „in Erfahrung bringen“, also den Moment, in dem die Information ankommt. Der Zustand, etwas bereits zu wissen, läuft deshalb über die ている-Form. „Ich weiß“ heißt 知っています, niemals ×知ります — das schlichte 知ります hieße „ich werde es herausfinden“. Die Verneinung springt wieder zurück: „ich weiß nicht“ heißt 知りません und nicht 知っていません.

分かる dagegen betrifft das Verstehen und nicht den Besitz einer Information. Beide können im selben Satz stehen, ohne sich zu überschneiden: 名前は知っていますが、どんな人か分かりません (なまえは しって いますが、どんな ひとか わかりません) — „seinen Namen kenne ich, aber ich weiß nicht, was für ein Mensch er ist“. Eine weitere Nuance lohnt sich: 分かりました ist das übliche „verstanden, alles klar“, wenn dir jemand etwas erklärt, denn es meldet genau den Moment, in dem das Verständnis eingerastet ist. Stattdessen 分かっています zu antworten („das weiß ich schon“) ist grammatisch korrekt, kann aber ungeduldig wirken.

Vier Verben für „anziehen“

Das Japanische wählt das Verb danach, welcher Körperteil beteiligt ist, sodass sich „anziehen“ und „tragen“ auf mehrere Wörter verteilen, die nichts miteinander zu tun haben:

Noch etwas, das die wörtliche Übersetzung verfehlt: „er trägt einen Mantel“ beschreibt einen Zustand und keine Handlung, verlangt also ている — コートを着ています. コートを着ます beschreibt das Anziehen selbst und ist damit ein ganz anderer Satz. Dieselbe Logik „ている = Zustand“ gilt für 持っている (haben), 住んでいる (irgendwo wohnen) und 知っている (wissen) — ein kleines Muster, das unauffällig sehr viel natürlich klingendes Japanisch freischaltet.

あげる, くれる und もらう — die Richtung zählt

Im Deutschen sagen wir „geben“, ohne uns darum zu kümmern, in wessen Händen die Sache am Ende liegt. Das Japanische wählt das Verb danach, in welche Richtung das Geschenk relativ zur sprechenden Person wandert:

Diese drei Verben dehnen sich dann auf Gefälligkeiten aus, indem sie sich an eine te-Form hängen; so drückt das Japanische Dank und Verpflichtung mit Grammatik aus statt mit zusätzlichen Wörtern. 手伝ってくれてありがとう (てつだって くれて ありがとう) — „danke, dass du mir geholfen hast“. 友達に写真を撮ってもらいました (ともだちに しゃしんを とって もらいました) — „ich habe einen Freund gebeten, ein Foto von mir zu machen“. Sobald du mit Personen sprichst, die über dir stehen, haben dieselben drei Verben höfliche Entsprechungen — 差し上げる, くださる und いただく —, die der Leitfaden zum Keigo im Detail behandelt. Das Siezen bereitet dich darauf besser vor, als du denkst: Du weißt aus deiner eigenen Sprache bereits, dass ein Satz seine Form nach sozialer Distanz ändert. Der Unterschied ist nur, dass bei uns im Wesentlichen das Pronomen wechselt, während im Japanischen das Verb selbst ausgetauscht wird.

Paare aus transitiven und intransitiven Verben

Das Japanische stellt systematisch ein Verb mit der Bedeutung „jemand tut etwas mit einer Sache“ neben ein eigenes Verb mit der Bedeutung „es geschieht“. Das Deutsche kommt meist mit demselben Wort und einem Reflexivpronomen aus („die Tür öffnet sich“ / „ich öffne die Tür“); das Japanische wechselt das Verb und dazu die Partikel. Das transitive Glied steht mit を, das intransitive mit が:

Es gibt keine einzelne Regel, die das eine Glied aus dem anderen erzeugt, aber es gibt wiederkehrende Formen — -eru gegenüber -aru (閉める/閉まる, 始める/始まる), -su gegenüber -eru (消す/消える, 出す/出る) —, und sobald du ein Dutzend Paare gesehen hast, fangen die Muster an, einander vorherzusagen. Lerne sie von Anfang an paarweise, statt der zweiten Hälfte ein halbes Jahr später wie einem Fremden zu begegnen.

行く und 来る zeigen auf die sprechende Person

Wenn dich jemand aus dem Nebenzimmer ruft und du gleich hinübergehst, sagen wir auf Deutsch „ich komme“, das Japanische sagt aber 今行きます (いま いきます). Genau dieser Reflex zieht Deutschsprachige auf die falsche Seite. 来る beschreibt eine Bewegung dorthin, wo die sprechende Person gerade ist; da du deine eigene Position verlässt, lautet das Verb 行く. Das falsch herum zu machen ist einer der auffälligsten Fehler von Lernenden, und es dauert etwa fünf Minuten, ihn abzustellen, sobald er dir aufgefallen ist. Verwandt damit: 帰る bedeutet, zu einer eigenen Basis zurückzukehren — deine Wohnung, dein Land, deine Heimatstadt —, während 戻る (もどる) ein neutrales „zurückgehen“ an irgendeinen Ort ist, von dem du gekommen bist.

9. Wo diese Verben im Japanisch-Sprachtest (JLPT) stehen und wie du sie übst

Fast alles aus den Tabellen 2 und 3 — ある, いる, 行く, 来る, 食べる, 飲む, 見る, 聞く, 書く, 読む, 買う, する — gehört zum Kern von N5: Diese Verben stehen in den ersten Lehrbuchkapiteln und in den einfachsten Prüfungssätzen. Die transitiv-intransitiven Paare, die Verben des Gebens und Nehmens und 知っている sind meist N4-Gebiet, wo die Prüfung nicht mehr nur das Wort abfragt, sondern auch die Partikel und die Richtung. Ab N3 wird vorausgesetzt, dass all das automatisch sitzt, und die Aufmerksamkeit verschiebt sich zu zusammengesetzten Verben und Nuancen: 〜出す, 〜始める, 〜続ける an den Stamm anderer Verben gehängt.

Zum Üben funktionieren drei Dinge deutlich besser, als die Liste noch einmal zu lesen:

  1. Konjugiere in Blöcken, nicht Wort für Wort. Nimm sechs Verben aus einer Tabelle und schick sie alle durch dieselben fünf Formen — ます, ない, て, た und die Potenzialform. 開ける・閉める・始める・入れる・見せる・教える zusammen zu bearbeiten macht das Ichidan-Muster auf eine Weise sichtbar, die sechs getrennte Sitzungen nie erreichen.
  2. Lerne jedes Verb samt seiner Partikel. Merk dir 電車に乗る, nicht 乗る. Merk dir 友達に会う, nicht 会う. Praktisch gesehen gehört die Partikel zum Wort, und sie zu trennen erzeugt Fehler, die du später wieder abtrainieren musst.
  3. Sprich zu jedem Verb einen echten Satz. Einen Satz über deinen tatsächlichen Tag, laut. 七時に起きました。電車に乗りました。友達に会いました。 Das kostet zwei Minuten und verwandelt Wiedererkennen in Produktion, also genau die Lücke, die die meisten Lernmethoden offen lassen.

Die Verben dieser Seite stecken im Basis-Set von 1.500 Wörtern und im JLPT-Set von 2.904 Wörtern dieser Website, du kannst ihnen also im Zusammenhang begegnen statt isoliert: Starte eine Lernsitzung mit einem Anfänger-Set, lass die Wörter, die dir entgleiten, in deinem Wiederholungsstapel liegen und lies unterwegs jede unbekannte Lesung laut von der Karte ab. Kostenlos, und die ganze Liste oben bedeutet ein paar Wochen stetiger Arbeit, keinen Berg.

Achtzig Verben bringen dich durch den größten Teil eines japanischen Tages. Lerne sie mit ihren Partikeln, lerne die transitiv-intransitiven Paare gemeinsam und achte auf die drei Paare, die Richtung kodieren — ある/いる, 行く/来る, あげる/くれる. Bau den Rest deines Wortschatzes dann um sie herum auf, mit dem Modul für den Grundwortschatz oder Stufe für Stufe im JLPT-Modul.